
Gestern habe ich gefragt:
Was können wir aus dieser Hitzewelle lernen, damit wir auf die nächste besser vorbereitet sind?
Hier eine Antwort:
Die meisten deutschen Universitäten halten ihr Sommersemester bis weit in den Juli hinein. Fast so, als wollten sie Studierenden, Forschenden und Beschäftigten zeigen, dass kritische Wissenschaft keine Jahreszeiten kennt, dass gute Wissenschaft über körperliche Bedürfnisse erhaben ist und dass methodische Strenge auch die konsequente Verleugnung körperlicher und seelischer Grenzen einschließt.
Kolleginnen und Kollegen in den meisten anderen Ländern beenden ihre Lehre im Mai oder Juni, bevor Hitzewellen am wahrscheinlichsten zuschlagen.
Auch an deutschen Unis wird es ruhiger, aber nicht mit Absicht: Studierende schwitzen in stickigen Seminarräumen ohne Klimaanlage. Nachts können sie nicht schlafen, tagsüber nicht lernen oder sich konzentrieren. Trotzdem müssen sie durchhalten. Die Prüfungen, die über ihre berufliche Zukunft entscheiden, liegen Ende Juli oder Anfang August, keinen Tag früher. Hitzewelle hin oder her.
Was würde der deutschen Hochschullandschaft denn so wehtun, wenn sie das Wintersemester von September bis Dezember und das Sommersemester von Januar bis Juni legen würden?
Oder, die Radikalversion: Die Bundesländer könnten in die Hochschulgebäude investieren und sie zukunftsfest machen.
Aber nein. Wir machen einfach weiter mit der Hochschullehre.
Ursprünglich auf Englisch veröffentlicht auf Mastodon, Bluesky und LinkedIn, 27. Juni 2026.