Nach dem Sprint

Person an einer schwarzen Schreibmaschine
Photo by Thom Milkovic on Unsplash.

Dass Leistungssportler oder Hackathon-Coder für ihre Ausdauer gefeiert werden, versteht sich von selbst. Schreibende dagegen sind stille Leistungsträger. Ohne Fanfare, ohne Live-Übertragung. Und ohne Spandex oder Treppchen.

Der 24-Hour Writing Sprint des London Writers’ Salon ging zu Ende, und ich war bei der Hälfte dieser Stunden dabei. Das Geheimnis und die Freude des Sprints liegen allerdings nicht in der Ausdauer, sondern im Rhythmus.

Sitzungen im Pomodoro-Stil, zur vollen Stunde unterbrochen von zehnminütigen Pausen: Lang genug zum Strecken und Dehnen. Nie genug, um etwa zu kochen oder Wäsche zusammenzulegen. In den Spitzenzeiten (auf der Republik Kiribati und auf einem Boot in Französisch-Polynesien, wenn ihr es genau wissen wollt) griffen nicht weniger als 700 Schreibende zum Stift. In ruhigeren Momenten (Mauritius oder den Malediven) waren es nie weniger als 200. Jede Sitzung wurde von einer Autorin oder einem Künstler gewissermaßen „gesponsert“: Sie steuerten ein motivierendes Zitat bei und nannten mitunter ihre eigene Publikation. Die Leseliste wuchs stündlich.

Ursprünglich auf Englisch veröffentlicht auf Mastodon, Bluesky und LinkedIn, 27. April 2026.

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